Primäre Kopfschmerzen oder Migräne - der Arzt kann meist schon anhand der Krankheitsgeschichte feststellen, an welcher Form des Kopfschmerzes Patienten leiden. In seltenen Fällen bedarf es weiterführender Untersuchungen.
Für die Diagnose einer Migräne ist in den meisten Fällen ein Gespräch mit dem Arzt zum Krankheitsverlauf ausreichend. Darin wird der Arzt sich nach Art, Dauer und Häufigkeit der Beschwerden sowie Begleitsymptomen erkundigen und einen möglichen Zusammenhang mit anderen Erkrankungen und Lebensumständen abklopfen. Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, einen Überblick über Art, Häufigkeit und Intensität der Kopfschmerzen zu erhalten. Zudem ist es wichtig, den Arzt über das Ausmaß des Leidens zu informieren, das oft mit einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität einhergeht.
Typische Migräneanzeichen
Migräne-Kopfschmerz: pochend-pulsierend
Migräne geht häufig mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- oder Lärmempfindlichkeit einher. Der Kopfschmerz tritt periodisch auf und wird als pulsierend oder pochend empfunden. Die einzelnen Attacken dauern meist mindestens vier Stunden, aber höchstens drei Tage. Meistens beschränkt sich der Schmerz auf eine Kopfhälfte, er kann aber im Laufe einer Attacke von einer Seite auf die andere wandern. Migränekopfschmerzen werden bei körperlicher Aktivität intensiver. Typischerweise tritt Migräne zum ersten Mal während der Pubertät auf.
Auch am Erfolg einer Therapie kann man erkennen, ob es sich um Migräne handelt oder um eine Form des Spannungskopfschmerzes: Klingt der Kopfschmerz nach die Einnahme von Medikamenten ab, die spezifisch gegen Migränekopfschmerzen wirken (z. B. Triptane), so liegt eine Migräne vor.
Migräne mit Aura
Bei der Migräne mit Aura kommt es zu neurologischen Symptomen, die den Kopfschmerzen meist vorangehen. Häufig handelt es sich um visuelle Störungen, die typischerweise nicht plötzlich auftreten, sondern sich über einen Zeitraum von fünf bis 20 Minuten entwickeln.
Literatur:
Diener HC. Migräne. Thieme Verlag 1999
Przywara S, May A. Forschungsergebnisse der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft: Alarmsymptom Kopfschmerz. www.dmkg.org.